Was Kirche mit Social Media machen könnte (1)

Social Media sind in

So langsam kommt die Kirche bei den sozialen Medien an. Viele sind hauptsächlich bei Twitter, aber auch Facebook gewinnt zunehmend an kirchlichen Inhalten. Das ist grundsätzlich super und begrüßenswert. Ich schätze es, wenn es da Zuwachs gibt 🙂 Hier möchte ich einen ersten Einblick geben. Es wird aber eine kleine Artikelserie daraus.

Allerdings passiert gerade bei Facebook folgendes: Institution trifft Gläubige. Und zwar direkt und ungefiltert. Ich möchte nur ein Beispiel aufzeigen:

Das ist die Bewertung eines Nutzers für das Bistum Münster. Er kritisiert den Inhalt (content) der Facebookseite und wünscht sich mehr kirchliche Inhalte. Da es nur einen Stern gab, nennt man diese Bewertung negativ. Social Media Manager reden dabei von einem negativen Sentiment. Es gibt positive, negative und neutrale Sentiments. Wird ein Beitrag unkommentiert geteilt, darf man es neutral nennen, als Beispiel. Die erste Reaktion auf dieses Sentiment ist bemerkenswert: ein anderer Social-Media-Mitarbeiter eines anderen Bistums reagiert verärgert und lässt das raus.

Die Social-Media-Redaktion, die es eigentlich anginge, reagiert nicht darauf. Das ist eine legitime Strategie, allerdings lässt sie einige Chancen ungenutzt. Vielleicht hat sie aber die interne Besprechung bereichert – das ist ja auch was.

Grundsätzlich empfehle ich wann immer möglich auf Bewertungen zu reagieren, seien sie positiv oder negativ (außer bei Trollen, aber dazu mehr im Praxisteil). Das zeigt nämlich, dass man jeden Nutzer ernst nimmt. Ich möchte jetzt keine inhaltliche Bewertung der Bistumsseite vornehmen, das machen andere schon zu genüge. Ich bin aber der Meinung, dass da noch mehr geht, und zwar nicht nur auf content- sondern auch auf Strategieseite.

Social Media und Kirche: mehr als eine PR-Seite

Mir fällt auf, dass die Facebookseiten von Bistümern eher zur passiven Nutzung aufruft. Da gibt es Veranstaltungshinweise, Pressemeldungen und tatsächlich: Kalenderblattsprüche (dass das anders geht zeigt die Facebookseite vom Catholic Gentleman). Da geht mehr. Man kann zum Beispiel die Community fragen, wie sie ihr Gebetsleben gestalten. Oder ein Fotowettbewerb zu Kirchen und Klöstern. Facebook-Bibelteilen. Da gäbe es viele Möglichkeiten! Wenn Coca Cola das schafft, sollte auch die Kirche das schaffen.

Targeting: DIE Chance

Du hast in deinem Newsfeed sicher schon oft Anzeigen erhalten. Die sind mit “gesponsert” gekennzeichnet. Diese Werbung basiert auf deinen Interessen und den Seiten, die du besucht hast (Remarketing). Als Seitenbetreiber kannst du einstellen, wen du erreichen willst, und einzelne Beiträge gezielt bewerben. Damit kannst du Atheisten erreichen. Du kannst Menschen mit einem geringen Einkommen auf soziale Initiativen hinweisen und Menschen mit hohem Einkommen zu Spenden auffordern. Dem sind fast keine Grenzen gesetzt! Nutzt diese Chancen.

Im zweiten Teil, der nächste Woche erscheint, geht es konkret mit ein paar Tipps in die Praxis.


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