Was ich zu dieser Woche zu sagen habe

Diese Woche war ein Fail

Für einen Katholiken hatte es diese Woche in sich. Überhaupt, das muss man sagen, für jeden, der sich irgendwie für Politik interessiert. Am Freitag hat sich mit einer extrem kurzen Vorlaufzeit von fünf Tagen die sog. Ehe für alle durchgesetzt. Ohne eine sinnvolle, tiefe Diskussion, in einem Sinnbild für eine postdemokratische Kutlur, denn der Kern dieser Entscheidung ist nicht, wie man erwarten würde, nach einem Gipfeltreffen, einer Fraktions- oder Kabinettsitzung getroffen worden. Nein, die Kanzlerin fand, dass der “Brigitte-Talk” das richtige politische Format sei, um ihre geänderte Meinung zum Grundelement unserer Gesellschaft (das ist nämlich die Familie!) zu verlautbaren.

Die Parteivorsitzende hat nicht das Recht, eigenständig die Haltung der Partei zu ändern

Gemäß dem Grundsatzprogramm der CDU ist eine Änderung des Ehebegriffes ganz explizit nicht verhandelbar und ganz klar definiert. Die Kanzlerin kann sich hier auch nicht über einen eventuellen Notstand rechtfertigen, wie sie es bei der Grenzöffnung durchaus legitimerweise getan hat. Nein, das war ein Anschlag auf die die demokratische Verfasstheit einer Partei. Im Endeffekt also zwei Anschläge auf wesentliche Werte dieser Gesellschaft, wenn man genau sein will. Passend, das man in einer solchen Woche Helmut Kohl, den letzen wirklich konservativen führenden Politiker Deutschlands zu Grabe getragen hat (er ruhe in Frieden). Doch nun zum inhaltlichen Teil!

Die Ehe für Alle ist nicht sinnvoll…

Vor ein paar Jahren habe ich auf meiner eigenen Facebookpinnwand einen heftigen Shitstorm erhalten, weil ich von meinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht habe. Eine befreundete Musikerin fürchtet, keine Aufträge mehr zu erhalten, wenn das Thema auf der eigenen Pinnwand, selbst auch nur unterschwellig, behandelt wird. Willkommen in Deutschland, noch vor (!) dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Aber ich bleibe dabei: meiner (und damit stehe ich nicht alleine) Ansicht nach widerspricht die Ehe für Alle wesentlichen naturrechtlichen Prinzipien, ist deswegen wider die Vernunft und deswegen abzulehnen. Als religiöser Mensch (dieser Meinung sind nicht nur Katholiken, sondern auch Protestanten, Juden und Muslime. Ob die Buddhisten und Hindus gleicher Meinung sind weiß ich nicht. Mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass jene diese Haltung explizit empfehlen) bin zu dem der Überzeugung, dass homosexuelle Akte Sünde sind. Genauso, wie der Ehebruch, die Lüge, der Diebstahl, der falsche Umgang mit den Eltern und alles andere, was sich so in den zehn Geboten findet. Das ist jetzt mal im Grundsatz so. Es gibt Umstände, die die Schuld an sich mindern, und Lesben und Schwule sind deswegen kein schlechteren oder bösen Menschen. Wir alle begehen Sünden, bewusst oder unbewusst. Deswegen gab es eine Erlösungstat am Kreuz.

…aber ich rege mich nicht auf.

Merkel ist nicht Thomas Morus. Ich habe nicht die Erwartung, von einer Heiligen regiert zu werden. Sie ist auch keine Erlösungsfigur. Sie selbst hat immer ihre Haltung bewahrt. Ist euch eigentlich mal aufgefallen, dass dies ihre einzige Haltung ist, die sie nie persönlich geändert hat? Sogar nach der Abstimmung hat sie diese Haltung bekräftigt. Aber sie hat die Realitäten anerkannt. Wir hatten bisher ein heuchlerisches Paradoxon: die eingertragene Partnerschaft hatte nahezu die gleichen Rechte und die Pflichten einer Ehe. Über Umwege war auch eine Adoption möglich. Die neue Regelung schafft Ehrlichkeit. Zudem müssen wir Christen eine andere Realität endlich lernen zu akzeptieren: wir sind eine Minderheit. Diese Gesellschaft pfeift nicht mehr einfach nach unserer Tanze, äh, tanzt nicht mehr nach unserer Pfeife. Wir müssen die Gebote leben, und sie wieder attraktiv machen. Aber es ist nicht unsere Aufgabe, anderen unseren Willen aufzuzwingen, auch nicht durch politische Machtspielchen. Begeistert Familie sein, einen Unterschied im Alltag machen, freundlich unsere Ansichten vertreten. Nicht geifern, nicht aggressiv und nicht hetzend unsere Ansicht vertreten. Das ist das Gebot der Stunde.

 

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