Drehen jetzt eigentlich alle durch?

Wer sich aktuell umschaut muss glauben, dass alle durchdrehen. Ähnlich wie beim Theologen-Memorandum 2011 haben die beiden großen Kirchenlager jeweils Unterschriftenaktionen gestartet. Allerdings ist der Kampf in der Sache a) härter und b) wichtiger. Ich gebe zu, dass ich die correctio filialis, die kindliche Korrektur des Papstes ausdrücklich gutheiße. Allerdings habe ich mehrere Wochen der inneren Reflektion und des Gebetes gebraucht, um das öffentlich zu machen.

Ein Grund dafür, dass ich dieses Schreiben gut finde ist der, dass Papst Fanziskus als Papst und Nachfolger Petri ohne wenn und aber anerkannt wird und sich die Kritik ausdrücklich nur auf sieben Thesen bezieht, die Papst Fanziskus verbreitet hat. Es ist also nicht, wie oftmals behauptet wird, sedisvakantistisch oder generell papstkritisch.

 Darf man den Papst kritisieren?

Ja. Der Papst ist nur dann unfehlbar, wenn er in einer Angelegenheit der Sitten und des Glaubens ex cathedra ein Urteil fällt, welches aber keine neue Lehre sein darf. Andere Anweisungen (z.B. Befehle, Gesetze usw.) sind zu befolgen. Allerdings gibt es auch hier ein paar Einschränkungen: gemäß Canon 14 CIC 1983 verpflichten Gesetze nicht, solange Rechtszweifel bestehen. Genau dies ist der Fall. Man darf Rechtszweifel auch öffentlich äußern. Man darf auch äußern, dass man den Verdacht hat, es gäbe eine Häresie, und die Häresie öffentlich zurückweisen. Freilich, und das sagen die Verfasser der correctio auch: ohne den Anspruch der Verhängung einer Strafe. Es geht nicht primär darum, kirchenrechtlich, sondern dogmatisch gegen die Irrlehre vorzugehen. Vor allem geht es darum, dass die Situation klarer wird, und der Heilige Stuhl irreführende Praktiken, die im Sakrileg zu Enden scheinen, zu beenden. De facto gilt es, die Katholizität der Kirche zu schützen, bzw. wieder herzustellen. Die Praktiken in Polen und in Malta (Buenos Aires etc.) sind nämlich jetzt schon so unterschiedlich, dass man die Katholizität in Frage stellen darf. Übrigens: mit Magnum Principium und der Auslegung von Papst Franziskus droht sich das zu verschlimmbessern.

Schisma?

Viele sprechen von einem “pastoralen Schisma”. Es gibt kein pastorales Schisma. Genausowenig, wie es ein pastorales Konzil gibt. Es gibt ein Konzil. Das kann sich mit pastoralen Fragen beschäftigen, aber es bleibt ein Konzil. Genauso gibt es ein Schisma. Das kann sich in pastoralen Fragen zeigen, es bleibt aber ein Schisma. Denn hinter jeden pastoralen Handlung steckt eine Glaubenslehre. Wenn man sich also umschaut in der kirchlichen Landschaft befindet sich eine Praxis wohl im Schisma. Es können nicht beide Praktiken wahr sein. Denn es gilt der Satz zum vermeidenden Widerspruch: Wenn etwas A ist, kann es in der gleichen Eigenschaft nicht B sein.  Und dieser Zustand gehört beendet.

 

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