Produktdesign? Kirche? Geht das?

Ein Kreide-Fragezeichen. Kirche wird hinterfragt.

Der Blog Commentarium, den ich bereits empfohlen habe, hat etwas interessantes geschrieben. In diesem Beitrag geht es um das Produkt der Kirche. Viele Menschen bekommen, wenn sie diese Überschrift lesen, einen kleinen (oder großen) Würgereiz. Das liegt daran, weil wir gleich an Dialogprozesse und Aufbrüche denken, an Werbeagenturen, die die Botschaft der Evangelien verwässern und an die Facebookpräsenz des Bistums Münster. Das muss es aber nicht zwangsläufig.

Marketing ist wichtig

Alles was Martin Recke sagt, ist richtig. Und dabei geht es nicht unbedingt dabei darum, das Produkt an sich zu modernisieren. Man muss kein „Wellnessevent“ aus dem Wochenende machen (da bin ich anderer Meinung mit Rebuilt, aber dazu später mal mehr). Im Marketing sprechen wir neben den wichtigen KPIs, also den Marketing-Kennzahlen, auch von sogenannten USP. Das deutsche Wort bringt es auch auf den Punkt: Alleinstellungsmerkmal. Unser Alleinstellungsmerkmal ist nicht Musik, Wohlfühlatmosphäre, Kirchenkaffee, ja noch nicht einmal Spiritualität (auch wenn es in dem Bereich auch Alleinstellungsmerkmale gibt). Aber der wesentliche USP der katholischen Kirche ist Er. Nur bei uns gibt es die garantierte Anwesenheit und Begegnung mit Christus in seinem Leib und Blut. Daraus mal eine echt geniale und tolle Werbekampagne machen?! Geht! Es gibt einige Beispiele, aber das wäre doch mal was (das geht übrigens auch mit der ordentlichen Form der römischen Liturgie…)

Es geht auf jeden Fall.

 

Barcelona

Angesichts des Anschlages in Barcelona verzichte ich morgen auf die Veröffentlichung meines Artikels und bete für die Opfer und deren Angehörige. Am Samstag werde ich auf den islamistischen Terrorismus eingehen.

Simon Löschke

Was Kirche mit Social Media machen könnte (1)

Social Media sind in

So langsam kommt die Kirche bei den sozialen Medien an. Viele sind hauptsächlich bei Twitter, aber auch Facebook gewinnt zunehmend an kirchlichen Inhalten. Das ist grundsätzlich super und begrüßenswert. Ich schätze es, wenn es da Zuwachs gibt 🙂 Hier möchte ich einen ersten Einblick geben. Es wird aber eine kleine Artikelserie daraus.

Allerdings passiert gerade bei Facebook folgendes: Institution trifft Gläubige. Und zwar direkt und ungefiltert. Ich möchte nur ein Beispiel aufzeigen:

Das ist die Bewertung eines Nutzers für das Bistum Münster. Er kritisiert den Inhalt (content) der Facebookseite und wünscht sich mehr kirchliche Inhalte. Da es nur einen Stern gab, nennt man diese Bewertung negativ. Social Media Manager reden dabei von einem negativen Sentiment. Es gibt positive, negative und neutrale Sentiments. Wird ein Beitrag unkommentiert geteilt, darf man es neutral nennen, als Beispiel. Die erste Reaktion auf dieses Sentiment ist bemerkenswert: ein anderer Social-Media-Mitarbeiter eines anderen Bistums reagiert verärgert und lässt das raus.

Die Social-Media-Redaktion, die es eigentlich anginge, reagiert nicht darauf. Das ist eine legitime Strategie, allerdings lässt sie einige Chancen ungenutzt. Vielleicht hat sie aber die interne Besprechung bereichert – das ist ja auch was.

Grundsätzlich empfehle ich wann immer möglich auf Bewertungen zu reagieren, seien sie positiv oder negativ (außer bei Trollen, aber dazu mehr im Praxisteil). Das zeigt nämlich, dass man jeden Nutzer ernst nimmt. Ich möchte jetzt keine inhaltliche Bewertung der Bistumsseite vornehmen, das machen andere schon zu genüge. Ich bin aber der Meinung, dass da noch mehr geht, und zwar nicht nur auf content- sondern auch auf Strategieseite.

Social Media und Kirche: mehr als eine PR-Seite

Mir fällt auf, dass die Facebookseiten von Bistümern eher zur passiven Nutzung aufruft. Da gibt es Veranstaltungshinweise, Pressemeldungen und tatsächlich: Kalenderblattsprüche (dass das anders geht zeigt die Facebookseite vom Catholic Gentleman). Da geht mehr. Man kann zum Beispiel die Community fragen, wie sie ihr Gebetsleben gestalten. Oder ein Fotowettbewerb zu Kirchen und Klöstern. Facebook-Bibelteilen. Da gäbe es viele Möglichkeiten! Wenn Coca Cola das schafft, sollte auch die Kirche das schaffen.

Targeting: DIE Chance

Du hast in deinem Newsfeed sicher schon oft Anzeigen erhalten. Die sind mit „gesponsert“ gekennzeichnet. Diese Werbung basiert auf deinen Interessen und den Seiten, die du besucht hast (Remarketing). Als Seitenbetreiber kannst du einstellen, wen du erreichen willst, und einzelne Beiträge gezielt bewerben. Damit kannst du Atheisten erreichen. Du kannst Menschen mit einem geringen Einkommen auf soziale Initiativen hinweisen und Menschen mit hohem Einkommen zu Spenden auffordern. Dem sind fast keine Grenzen gesetzt! Nutzt diese Chancen.

Im zweiten Teil, der nächste Woche erscheint, geht es konkret mit ein paar Tipps in die Praxis.


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Buch des Monats August: Das Ruhegebet einüben

Wenn Du Deine Gottesbeziehung vertiefen willst, gibt es verschiedene Möglichkeiten: mehr Gottesdienst, mehr Gebet, mehr Werke der Barmherzigkeit. Das Problem an der Sache ist: du musst dabei etwas tun. Oftmals treten wir dann oft wie in einem Hamsterrad. Das will aber irgendwie keiner, oder?

Das Ruhegebet wird dir dabei helfen.

Das Rugehebet: eine andere Art zu beten

Das Ruhegebet ist eine spezielle Gebetsform, die auf die Wüstenväter, im Speziellen Cassian, zurückgeht. Er hat dieses Gebet zumindest systematisiert. In jüngerer Zeit hat Dr. Peter Dyckhoff mit seiner Stiftung Ruhegebet die Bekanntheit dieses Gebets vertieft und erweitert. In diesem Buch geht er grundlegend darauf ein: wie bereite ich mich vor? Was ist das überhaupt? Wie oft soll ich das beten? Was tun, wenn man abgelenkt ist? Es lohnt sich, mal genau hinzuschauen, ob dieses Gebet etwas für dich ist.

Gut zu lesen

Dieses Buch ist keine schwere Kost, und man kann es sowohl am Stück lesen, als auch nachschlagen, wenn man eine konkrete Frage zur Praxis hat. Aber auch zur Theolgie des Ruhegebetes wird viel gesagt, ohne den Leser unnötig zu belasten.

Du kannst das Buch in meinem Shop kaufen.

 


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Blogbeiträge, die ich empfehlen kann

Alle zwei Wochen gibt es hier eine neue kleine Kolumne: Blogbeiträge anderer Blogs, die ich empfehlen kann. Ich suche mir dabei sieben Beiträge raus, die ich super finde. Aber Achtung: das ist natürlich keine Wertung, dass ich andere Beiträge doof finde. Dabei achte ich darauf, dass ich mindestens einen neuen Blog mit einbeziehe.

Alice und der Kardinal

Der Blog „Katholisch ohne Furcht und Tadel“ analysiert das Video, in dem sich Alice Schwarzer über den kürzlich verstorbenen (RIP) Kardinal Meisner äußert. Und zwar sehr positiv. Die Bloggerin geht über die oberflächliche Analyse hinaus und meint, es würde einem Christen gut stehen, wenn er bei Freundschaften und zwischenmenschlichen Begegnungen den Menschen hinter der Meinung sieht und schätzt. Ganz so, wie es Alice und der Kardinal getan haben. Absolut empfehlenswerter Blogartikel.

 

Was am Katholizismus so klasse ist

Der Blog „Katholisch? Logisch!“ betrachtet in dem Beitrag nochmals die Lehre über Maria. Besonders schön für Lyrikfans: das Gedicht am Ende des Beitrages ist besonders schön. Schaut mal vorbei.

Einsamkeit und innere Stille

Darum geht es auf „Brunonis“. Dieser Blog beschäftigt sich besonders mit den Karthäusern, so auch in diesem Beitrag. Schaut euch an, was er zu sagen hat.

Was ist kirchliche Produktentwicklung?

Für Manche starker Tobak. Auch für mich nicht unbedingt in allem zustimmungswürdig. Ich würde z.B. ein Sakrament nicht unter dem Label „Produkt“ betrachten. Aber dennoch ist es mal sinnvoll, darüber nachzudenken. Zum Nachdenken regt der Beitrag jedenfalls an, und ich empfehle ihn deshalb weiter.

Chester Bennington und Linkin Park: Somewhere I Belong

Das katholische Magazin „The Cathwalk“ beschäftigt sich näher mit dem Sänger Chester Bennington und seine Band Linkin Park. Auch dieser Artikel ist einen Blick wert.

 


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Neuigkeiten von meinem Blog

Blog Symbolbild

Schön, dass du da bist. Ich möchte dich über ein paar Dinge auf meinem Blog informieren.

Neuer Partner für den Blog

Als Blogger hat man gerne einen Partner, mit dem man zusammenarbeitet. Jetzt ist es für einen katholischen Blog im deutschsprachigen Raum gar nicht so leicht, einen Partner zu finden, der auch inhaltlich passt. Umso mehr freue ich mich, euch der-klosterladen.de vorstellen zu dürfen. Das ist ein Zusammenschluss verschiedener deutscher Klöster, die im Onlineshop ihre Ware anbietet. Ihr unterstützt mit eurem Einkauf damit auch soziale und christliche Projekte (und die Klöster selbst).

Neue Kolumnen im Blog

Es wird künftig jeweils einmal im Monat das „Buch des Monats“ vorgestellt, sowie auch das „Produkt des Monats“. Ich glaube, dass ich damit einen Mehrwert für euch schaffe, indem ich Produkte empfehle, die ich gut finde. Und einmal im Monat halte ich für eine gute Frequenz, die sich nicht aufdrängt. Wenn ihr irgendwelche Probleme habt, dann meldet euch einfach 🙂

Es gibt eine weitere Kolumne im Blog. Diese wird erstmal alle zwei Wochen geschalten. In der geht es darum, wie man einen katholischen Blog starten kann damit dieser auch gelesen wird. Parallel starte ich bald auch einen zweiten Blog, der sich mit dem Thema Blogging beschäftigt. Dieser ist aber weiter gefasst und beschäftigt sich weniger mit „katholischen“ Inhalten.

Bitte gib Rückmeldung

Soweit ist dies der einzige deutsche katholische Blog, der es mit klassischen Bloggingmethoden versucht. In Amerika (z.B. beim Catholic Gentleman) ist diese Art des Bloggens etablierter. Deswegen kann es sein, dass ich Fehler mache oder jemanden nerve  – Schreibt mir doch einfach eine kleine Rückmeldung, was euch stört oder was euch gefällt. Vielleicht fehlt euch auch etwas, oder ihr habt jemanden, den ihr mir empfehlen könnt als weiteren Partner? Dann nutze doch bitte das Kontaktformular.

Ich wünsche Dir weiterhin einen gesegneten Tag!

 


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HILFE: Wen soll ich wählen? Drei Tipps zum Wahljahr 2017

Wahl 2017: Symbolbild

Die Wahl 2017 wird schwierig

AfD? (Oder in AT: FPÖ?) CDU? SPD? Berlin, wir haben ein Problem: irgendwie passt keine Partei so richtig zur katholischen Moral- und Soziallehre. Irgendwie scheint es so zu sein, als ob wir vor zwei Alternativen stünden: Entweder man akzeptiert bei dieser Wahl irgendwelche inhaltlichen Abstriche oder man wählt gar nicht. Dann geht man halt bei der Wahl 2017 unter. Ich finde das aber gerade in unserer Zeit den falschen Weg, und deswegen habe ich hier drei Tipps für dich, was du zu einer guten Wahl 2017 (und später) beitragen kannst, ohne dass deine Stimme verloren geht.

1. Wähle bei der Wahl auch kleine Parteien

Sie verschwinden oft unter „Sonstige“, deswegen wird oft gesagt, dass das nichts bringt. Doch es bringt was. Du hast nämlich die Wahl zwischen der Option, dass du „Wutwähler“ wirst, und eine Partei wählst, die du eigentlich gar nicht wählen magst, nur weil du mit der Regierungspartei unzufrieden bist. Oder du wählst eine Partei, die deinen Grundüberzeugungen entspricht. Philosophisch geht es nämlich darum, dass du als Teil des Souveräns deine Meinung äußerst und nur sekundär darum, dass diese Meinung dann auch regiert. Für die aktuelle Wahl empfehle ich dir, dir mal die Zentrumspartei anzuschauen.

2. Es gibt auch eine katholische Partei

Ja, du hast richtig gehört: es gibt die Zentrumspartei noch, auch wenn sie nach der Gründung der CDU/CSU schnell in Vergessenheit geriet. Aber ihr Grundsatzprogramm ist noch immer klar katholisch geprägt und sachlich ausgewogen. Man kann sie also mit sehr gutem Gewissen wählen. Allerdings gibt es einen Haken: sie wird wohl nur in NRW und in Niedersachsen auf dem Wahlzettel stehen. Das ist aber kein Grund, traurig zu sein, denn man kann trotzdem etwas tun.

 

3. Engagiere dich lokal

Informiere dich, ob es vor Ort schon einen Ortsverband gibt. Arbeite dort mit. Ich bin mir sicher, dass du nicht gleich Parteimitglied sein musst. Oftmals ist man schon froh, wenn jemand hilft, Flyer am Stand zu verteilen, oder etwas bei Treffen zur Bewirtung beisteuert. Wirke auch in dein Umfeld. Mag sein, dass es jetzt noch keine Möglichkeit in deinem Wahlkreis gibt, ZENTRUM zu wählen. Aber was ist in vier Jahren? Fange lokal an. Die Partei soll vor Ort in der (Pfarr-?)Gemeinde mithelfen, wenn es etwas zu tun gibt. Vertrauen schaffen. Als nächstes kommt dann die Gründung eines Kreisverbandes. Wenn lokal die Wurzeln geschlagen wurden, dann hat man schonmal einen guten Halt für nationale Vorhaben…

 


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Katholische Kirche: was sie heute wirklich braucht

Katholische Kirche: nur eine kleine Herde?

Viele Menschen reden die katholische Kirche tot. Und es gibt diese kleine Gruppe von Menschen, die sich ernsthaft bemühen, dass das nicht passiert.

Das sind die Mitarbeiter in den Seelsorgeämtern und den Pastoralinstituten, und an anderen Orten, an denen theologisch gearbeitet wird. Diese Menschen haben meinen tiefsten Respekt, weil sie einen Job machen, der zutiefst undankbar ist. Denn sie haben ja auch nicht alle ein Patentrezept, was alles zu tun ist. Und wenn sie eines haben, dann wirft man ihnen nur allzu oft Aktionismus vor. Dann gibt es da noch eine andere Gruppe: die Gruppe derer, die gläubig sind, und nicht bei besagten Stellen arbeiten. Mittlerweile ist es oft so, dass die eine Gruppe die andere nicht nur nicht mag, sondern man gegenseitig übereinander herfällt. Wirklich weiter bringt uns das aber nicht, oder?

 

„Neue“ Theologische Ansätze

Rod Dreher hat „The benedict option“ geschrieben. Und ich gestehe, dass ich mir immer noch kein Bild davon gemacht habe. Aber ich denke, dass meine Gedanken in die gleiche Richtung gehen. Spätestens nach dem Bundestagsbeschluss zur Eheschließung für Alle erkennen wir, dass wir in der Minderheit sind. Jetzt magst du vielleicht antworten, dass die „stille Mehrheit“ ja doch denkt, dass eine Ehe als Bund zwischen Mann und Frau definiert wird. Ich behaupte, dass diese stille Mehrheit eher denkt, dass heiraten soll, wer sich liebt, auch wenn man selbst „heteronormativ“ denkt. Auf gut deutsch: Es ist eigentlich egal, wer wen heiratet. Nur 18 soll er oder sie bitte sein. Kurzum: Menschen, die die Ehe nicht nur persönlich, sondern auch normativ als Bund zwischen Mann und Frau sehen, sind in der Minderheit. Und das kann man bei allen christlichen Themen durchexerzieren. Frage doch mal deinen Nachbarn, warum der Sonntag arbeitsfrei ist – und das im Verfassungsrang.

Ratzinger wird oft dafür kritisiert, was er über die katholische Kirche gesagt hat

Als Joseph Ratzinger noch Kardinal war, sprach er von der kleinen Herde. So sagen es zumindest die Leute, für die Ratzinger ein Reizwort ist. So hat er das aber nicht gesagt.

Er sprach davon, dass wir kreativ werden müssen.  Wir müssen urchristlicher denken. Nächstenliebe nicht nur den Verbänden überlassen, sondern lokal handeln. Den christlichen Impuls für unsere Nächstenliebe wieder stark machen. Unser Nachbar muss wieder merken, dass mit uns etwas nicht stimmt. Und zwar im Positiven. Ich glaube dass kleine, lokale Initiativen genau das Richtige sind, um Menschen für Christus zu gewinnen. Fang doch einfach mal damit an, deinem Nachbarn Lebensmittel, die noch taugen, du aber nicht mehr brauchst, vorbei zu bringen. Und lege einen Bibelvers dazu. In den nächsten Wochen werde ich darauf immer wieder zurückkommen.


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Was ich zu dieser Woche zu sagen habe

Diese Woche war ein Fail

Für einen Katholiken hatte es diese Woche in sich. Überhaupt, das muss man sagen, für jeden, der sich irgendwie für Politik interessiert. Am Freitag hat sich mit einer extrem kurzen Vorlaufzeit von fünf Tagen die sog. Ehe für alle durchgesetzt. Ohne eine sinnvolle, tiefe Diskussion, in einem Sinnbild für eine postdemokratische Kutlur, denn der Kern dieser Entscheidung ist nicht, wie man erwarten würde, nach einem Gipfeltreffen, einer Fraktions- oder Kabinettsitzung getroffen worden. Nein, die Kanzlerin fand, dass der „Brigitte-Talk“ das richtige politische Format sei, um ihre geänderte Meinung zum Grundelement unserer Gesellschaft (das ist nämlich die Familie!) zu verlautbaren.

Die Parteivorsitzende hat nicht das Recht, eigenständig die Haltung der Partei zu ändern

Gemäß dem Grundsatzprogramm der CDU ist eine Änderung des Ehebegriffes ganz explizit nicht verhandelbar und ganz klar definiert. Die Kanzlerin kann sich hier auch nicht über einen eventuellen Notstand rechtfertigen, wie sie es bei der Grenzöffnung durchaus legitimerweise getan hat. Nein, das war ein Anschlag auf die die demokratische Verfasstheit einer Partei. Im Endeffekt also zwei Anschläge auf wesentliche Werte dieser Gesellschaft, wenn man genau sein will. Passend, das man in einer solchen Woche Helmut Kohl, den letzen wirklich konservativen führenden Politiker Deutschlands zu Grabe getragen hat (er ruhe in Frieden). Doch nun zum inhaltlichen Teil!

Die Ehe für Alle ist nicht sinnvoll…

Vor ein paar Jahren habe ich auf meiner eigenen Facebookpinnwand einen heftigen Shitstorm erhalten, weil ich von meinem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht habe. Eine befreundete Musikerin fürchtet, keine Aufträge mehr zu erhalten, wenn das Thema auf der eigenen Pinnwand, selbst auch nur unterschwellig, behandelt wird. Willkommen in Deutschland, noch vor (!) dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Aber ich bleibe dabei: meiner (und damit stehe ich nicht alleine) Ansicht nach widerspricht die Ehe für Alle wesentlichen naturrechtlichen Prinzipien, ist deswegen wider die Vernunft und deswegen abzulehnen. Als religiöser Mensch (dieser Meinung sind nicht nur Katholiken, sondern auch Protestanten, Juden und Muslime. Ob die Buddhisten und Hindus gleicher Meinung sind weiß ich nicht. Mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass jene diese Haltung explizit empfehlen) bin zu dem der Überzeugung, dass homosexuelle Akte Sünde sind. Genauso, wie der Ehebruch, die Lüge, der Diebstahl, der falsche Umgang mit den Eltern und alles andere, was sich so in den zehn Geboten findet. Das ist jetzt mal im Grundsatz so. Es gibt Umstände, die die Schuld an sich mindern, und Lesben und Schwule sind deswegen kein schlechteren oder bösen Menschen. Wir alle begehen Sünden, bewusst oder unbewusst. Deswegen gab es eine Erlösungstat am Kreuz.

…aber ich rege mich nicht auf.

Merkel ist nicht Thomas Morus. Ich habe nicht die Erwartung, von einer Heiligen regiert zu werden. Sie ist auch keine Erlösungsfigur. Sie selbst hat immer ihre Haltung bewahrt. Ist euch eigentlich mal aufgefallen, dass dies ihre einzige Haltung ist, die sie nie persönlich geändert hat? Sogar nach der Abstimmung hat sie diese Haltung bekräftigt. Aber sie hat die Realitäten anerkannt. Wir hatten bisher ein heuchlerisches Paradoxon: die eingertragene Partnerschaft hatte nahezu die gleichen Rechte und die Pflichten einer Ehe. Über Umwege war auch eine Adoption möglich. Die neue Regelung schafft Ehrlichkeit. Zudem müssen wir Christen eine andere Realität endlich lernen zu akzeptieren: wir sind eine Minderheit. Diese Gesellschaft pfeift nicht mehr einfach nach unserer Tanze, äh, tanzt nicht mehr nach unserer Pfeife. Wir müssen die Gebote leben, und sie wieder attraktiv machen. Aber es ist nicht unsere Aufgabe, anderen unseren Willen aufzuzwingen, auch nicht durch politische Machtspielchen. Begeistert Familie sein, einen Unterschied im Alltag machen, freundlich unsere Ansichten vertreten. Nicht geifern, nicht aggressiv und nicht hetzend unsere Ansicht vertreten. Das ist das Gebot der Stunde.